Tach auch,

Sachbearbeiter, Fallmanager oder auch mancherorts Casemanager genannt, die in den ARGEn sitzen und über das Wohl und Wehe von Menschen entscheiden, sztehen dann im öffentlichen Fokus, wenn sie wöchentlich zig von Arbeitslosen vor sich sitzen haben.

Diese Sachberbeiter sind es, die die Politik und die Umsetzung der Hartz IV-Gesetzgebung einer Kommune oder Stadt nach außen tragen. Gleichwohl sind es Menschen mit einem Job, die eben diesen Job weisungsgebunden ausführen. Dabei dürften sie allerdings Spielräume haben. In den ARGEn und JobCentern (als Arbeitsgemeinschaften der Bundesagentur für Arbeit und der jeweiligen Kommune) sind sie zudem an die Handlungs- und Arbeitsweisungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu den jeweiligen Gesetzen der Sozialgesetzbücher gebunden.

In den sogenannten Optionskommunen, in denen die von Hartz IV betroffenen Arbeitslosen von der Kommune weitestgehend in Eigenregie verwaltet werden, sind die diese Sachbearbeiter nicht an diese Handlungsanweisungen der BA gebunden und können daher einer eher willkürlichen Umsetzung der Gesetzgebung eher freien Lauf lassen, als ARGEn.

Nichts desto trotz stehen diese Sachbearbeiter in der Öffentlichkeit, weil sie im direkten Kontakt zum Millionenheer der langzeiterwerbslosen von Hartz IV Betroffenen stehen. Da kommen auf einen Sachbearbeiter, Fall- oder Casemanager schnell über 100 Betroffene, für die er zuständig ist. Es bleibt nicht aus, dass die Betroffenen untereinander Kontakt haben und schnell herausfinden können, dass ein und der selbe Sachbearbeiter für die Betroffenen zuständig ist. Dies kann noch eher in einer kleineren Stadt mit bis zu 150.000 Einwohner der Fall sein.

Kürzlich muckierte sich ein solcher Casemanager bei Hartzkritik.de, als er in einem Betroffenen-Bericht namentlich genannt wurde. Selbstverständlich nahm Hartzkritik.de den Namen heraus und ersetzte ihn durch eine Abkürzung. Doch damit nicht genug, der Casemanager verlangte, dass Hartzkritik.de sich darum kümmere, dass sein Name auch aus den Suchmaschinen verschwindet, obwohl er auch in anderen Zusammenhängen dort gefunden werden kann. Was bilden sich diese Sachbearbeiter denn ein, wenn sie als Instrument der Verängstigung gebraucht werden und über das Wohl und Wehe von Menschen entscheiden?

Immerhin stellt sich immer wieder heraus, dass in den Optionskommunen die Sachbearbeiter schneller mit Sanktionsandrohungen zur Hand sind, als in den ARGEn. So wird in den Optionskommunen die fehlende Bindung an die Hanlungs- und Arbeitsanweisungen der BA zum Anlass genommen ein Szenario von noch mehr Verängstigung bei den Betroffenen zu erzeugen und das kann und darf es nicht sein! So sollten gerade dann die Sachbearbeiter aufs Korn genommen werden dürfen, die sich besonders hervortun, die Menschen unter ihrer Würde zu behandeln.

Schönen Tach noch…

3 Kommentare zu “Stehen Sachbearbeiter der ARGEn in der Öffentlichkeit?”

  1. Annaam 15.10.2010 um 09:03

    Als Hartz IV Empfänger fühlt man sich als Mensch unterster Klasse. Die Arge meint sogar, den Leuten den Gemütszustand vorschreiben zu wollen, wenn (bislang bis Mitte 10/10) kein Cent überwiesen wurde. Schuld ist natürlich die Bank, das Wetter, der Hund um die Ecke oder wer auch immer, natürlich nicht die Arge – niemals…. Tja, wenn man also Angst hat und kurz vor Tränen steht, gibt das Arge Mitarbeitern das Recht dem Kunden am Telefon ins Ohr zu pfeifen um nicht zuzuhören, einfach das Telefon aufzulegen wenn man keine Lust hat sich mit seinem Job auseinander zu setzen, usw. Aber Geld ist immer noch nicht da. Niemals bin ich beleidigend o.ä. geworden, ganz im Gegensatz zur Arge hier in HH-Rahlstedt. Es ist erschreckend, wie kaltschnäuzig und inkompetent diese Leute sind. Traurig, aber wahr, eigentlich waren wir auf dem Weg raus aus Hartz IV, dank der Arge HH-Rahlstedt sind wir aber wieder weit davon entfernt. Herzlichen Dank an die Sozialpolitik dieses Staates…

  2. Daniel Dutscheam 18.05.2012 um 12:39

    Tja, so sind sie, diese Behörden-Roboter, normalerweise wären sie selbst arbeitslos oder besten Falls Hilfsarbeiter, aber so können “Menschen” die normalerweise ganz unten wären (moralisch sind sie es ja sowieso) auch mal Autorität ausüben und so ihre Minderwertigkeitskomplexe kompensieren (schönen Gruß an Frank Grabowski, Arge Hugh-Green-Weg, HH;-))

    Dieses Unmenschentum ist sehr gefährlich, weil es den sozialen Frieden stört und es auch kaltherzige Bürokraten wie diese waren, die den Holocaust erst ermöglicht haben. Klassische Mitläufer ohne eigene Meinung.

    Ich glaube dieses ganze Hartz-System ist eigentlich nur eine riesige ABM für schwervermittelbare, weil sehr begrenzt gebildet und qualifizierte Menschen, die man auf Arbeitslose loslässt, weil sie da keinen großen Schaden anrichten können. Es ist so als ob ein Blinder einem anderen Blinden das sehen beibringen will…

    Die Motivation dieser armen Teufel ist im Grunde die eines Arztes, der Hauptberuflich als Totengräber arbeitet und am Tod mehr verdient als am Heilen…

    Ich frage mich, wie diese Leute nachts schlafen können… vielleicht fehlt ihnen einfach die Intelligenz und das Einfühlungsvermögen, sowie jegliches Rechtsverständnis.

    Man sollte diesen Leuten viel öfter sagen was man von Ihnen hält und ruhig persönlich werden umso ihre Schaltkreise zu überlasten und zu sehen ob da nicht doch noch ein Rest Menschlichkeit vorhanden ist.

    Dieses “ich mache nur meinen Job” zählt nicht, die KZ-Wachmannschaften haben auch nur ihren Job gemacht…

    Nicht mehr lange und man muss als Hartzer ein großes “H” als Aufnäher und Sträflingskleidung tragen.

    Leider ist der Durchschnittsdeutsche eher unkritisch und ordnet sich lieber unter als für sein Recht zu kämpfen, aber man müsste eigentlich die Argen besetzten und sämtliches Büro-Equiptment (ob die Behördis auch dazu gehören, überlasse ich dem Leser…;-)) aus dem Fenster werfen. Man sollte sich in dieser Hinsicht ein Beispiel an Frankreich nehmen. Ich hätte auch schon den passenden Namen für diese Aktion: “Der Hartzer Fenstersturz”.

    Wer dabei wäre, Anregungen oder Fragen hat, kann mir auch gerne eine Mail schreiben an: nieder_mit_hartz@gmx.de

    Amen

    Daniel Dutsche

    “Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne. ”

    Imanuel Kant

  3. Gastam 18.10.2012 um 14:49

    Nunja, glaube nicht das es auch nur einen Einzigen Sachbearbeiter im Jobcenter gibt dem seine Arbeit Freude bereitet. Das Problem ist das Hartrz-System dem sich die Menschen unterstellt haben. Würden alle Jobcenter streiken, müssten sich die Politiker etwas anderes einfallen lassen…

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