Tach auch,

11. März 2015

die Bertelsmanntochter Arvato sammelt über den Anbieter der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) Gematik wohl fleißig Krankheits- und Sozialdaten. Bis jetzt betrifft dies wohl nur eine Testregion.

Zur Zeit sind Angaben auf der neuen eGK freiwillig und hat man sich gegen weitere Daten, als die auf der alten Krankenkassenkarte ausgesprochen, sollte auch nicht mehr darauf vermerkt sein, als Name, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift sowie Nummern der Krankenkasse usw.

Leider geht auch beim Thema Gesundheit, wie bei vielen anderen sozialen Dingen der menschliche Aspekt, das Humane aus Kostengründen immer mehr ins hintertreffen. Dabei wäre gerade für eine angestrebte Gesundung Kranker der humanitäre Aspekt auf keinen Fall zu vernachlässigen. Würde auch beim Thema Gesundheit der nächste große Schritt in Richtung einer inhumaneren Gesellschaft ablaufen?

Schließlich wird es in Professorenkreisen schon propagiert, das freie Arztpraxen abgeschafft und durch sogenannte Versorgungszentren ersetzt werden sollten. Dabei darf eine Anreise nicht länger, als 90 Minuten dauern, wie ein Manager der Rhön-Kliniken aufzeigt. Hat nicht auch Bertelsmann oder zumindest einer der Mohns nicht seine Hände bei den Rhön-Kliniken im Spiel?

Sollte Avato sich nicht nur in einer Testregion seiner Datensammelwut bedienen, könnten alle gesetzlich Versicherten zum gläsernen Patienten mutieren. Um dann beim Thema Gesundheit richtig sparen zu können, würde es demnächst heißen,

-Die Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Leistungen (Behandlung, Versicherung, Bankkredit, usw.) ist die „freiwillige“ und lückenlose Preisgabe der Behandlungsdaten

oder

-Da Sie uns Ihre Daten auf der eGK nicht zur Verfügung stellen, können wir leider nicht…

Hinzu kommt zur Zeit eine absolute Verunsicherung darüber, ob die alte Krankenkassenkarten überhaupt noch funktioniert. Teils gibt es noch Arztpraxen, in denen ein altes Lesegerät noch in arbeit ist. Teils gibt es Arztpraxen, die nur noch Patienten behandeln, die die neue eGK haben.

Die Krankenkassen dürften mittlerweile ihre Kunden gezielt damit unter Druck gesetzt haben, in dem sie die alten Krankenkassenkarten zum Jahreswechsel für ungültig erklärten, was teilweise so nicht stimmt, da eben bei Vorhandensein alter Lesegeräte trotzdem die Grunddaten der Patienten eingepflegt werden können.

Würden Gesundheitsdaten auf der eGK zur Pflicht, würde dies aufs schärfste die ärztliche Schweigepflicht untergraben, erst recht, wenn ein Thinktank, wie Avarto für zukünftige Geschäftsmodelle im Gesundheitsbereich großflächig Gesundheitsdaten sammeln dürfte.

Schon heute ist es an der Tagesordnung, das von Datendiebstahl oder -missbrauch berichtet wird. Wer wollte unter dem Aspekt garantieren, das unsere Daten bei Avato sicher sind? Für die Idee einer inhumanen Welt im sozialen Bereich tritt Bertelsmann durch seine Philosophie sowieso ein. Denn es ist hinlänglich bekannt, das es das Ansinnen des alten verstorbenen Mohn, als Chef und Inhaber von Bertelsmann war, einen Staat wie eine Firma zu führen. Nur die ist immer auf Provit ausgelegt und das gehört in den sozialen Bereich, erst recht nicht in die Gesundheit hinein und so dürfte sich kein Patient wirklich damit anfreunden dürfen, das die Gesundheitsversorgung unter Shareholder-Value-Aspekten daher kommt. Schließlich bezahlt jeder seine Krankenkassenbeiträge und dafür kann er eine humane Gesundheitsversorgung verlangen, auch wenn es mittlerweile eine Zweiklassenmedizin gibt!

Schönen Tach noch…

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