Archiv für das Tag 'Zeitarbeit'

Tach auch,

ja, richtig! Ursula von der Leyen muss es wissen, wenn seit dem 1. Mai 2011 die Schranken für EU-Arbeitnehmer gefallen sind, kommen die besser gebildeten Arbeitnehmer in unser Land, die auch noch bereit sind, unser Land weiter voran zu bringen, zu dem wir selber, laut der Bundesarbeitsministerin nicht in der Lage sind!

Glauben se nicht? Doch, doch, sehen se selbst:

Toll, wie eine Bundesarbeitsministerin zur arbeitenden Bevölkerung steht, vor allem zu denen, die händeringend nach Arbeit suchen!

Was diese Zensursula viel der Lügen da vom Stapel lässt, grenzt schon ein wenig an Vaterlandsverrat!

Schönen Tach noch…

Tach auch,

erinnern sie sich noch? Vor vielen Jahren hatte Zeit- und Leiharbeit noch etwas sinnvolles. Ein Job in dieser Branche galt als Sprungbrett in einen regulären Job. Man verdiente zwar etwas weniger, aber durch Fahrgeld und andere Sonderzulagen wurde das niedrigere Grundgehalt fast ausgeglichen, was sich lediglich bei erneuter Arbeitslosigkeit negativ auswirkte.

Vor vielen Jahren zahlten Firmen für Zeitarbeiter auch noch viel Geld. Zeitarbeitsfirmen bekamen für einen Büroangestellten rund 5000,- DM im Monat. Während der Zeitarbeitsbürofuzzie ca. 1300,- DM netto plus typischer Zeitarbeitszulagen verdiente, konnte die Zeitarbeitsfirma ein hübsches Sümmchen einstreichen. Damals wurden Zeitarbeiter eingesetzt, um langzeiterkrankte Stammkräfte oder Schwangerschaftsurlaubende zu vertreten und kein Zeitarbeiter arbeitete länger, als ein halbes Jahr irgendwo. Teilweise wurden Zeitarbeiter auch eingestellt, wenn es zu wirklichen Produktionsspitzen kam oder in der kaufmännischen Abteilung zuviele Stammkräfte in den Jahresabschluss eingebunden waren.

Es war eine herrliche Zeit, in der kein Stammpersonal Angst haben musste, plötzlich mit erheblich weniger Geld über eine extra gegründete Firma die gleiche Arbeit zu tun, wie vorher. Auch brauchte niemand Angst haben, dass er mal zu wenig Rente bekommt. Schaffe fleißig, fahre einmal im Jahr in den Urlaub, lege ein wenig Geld zurück oder vielleicht macht man mal über ein verlängertes Wochenende eine Städtetour. Wenn du fleißig bist, reicht es vielleicht auch mal für ein kleines Häuschen und alle 5 Jahre ein anderes Auto.

Doch aus der Traum, es gibt Hartz IV und schon vorher wurden die Regelungen für die Zeit- und Leiharbeitsbranche geändert. Inzwischen rechnet man in Euro deinen Lohn ab, vieles wird nicht nur Gefühlt teurer und spätestens seit Hartz IV fällt der regelmäßige Besuch beim Italiener oder Griechen um die Ecke aus. Ade Urlaub, vielleicht reichts noch für ne Woche Ostsee, wenn überhaupt. Und die Rente, denke man wohl lieber später daran!

Erst kam der Euro, dann die Zeitarbeit, wie sie jetzt ist und dann Hartz IV! Es ist nicht nur Schlecker, es sind auch BMW, Thyssen-Krupp, Uniklinikum in Essen und sogar Betriebe in öffentlicher Hand. Es sind Müllwerker, Bandarbeiter bei Opel oder die Krankenschwester in der ehemals städtischen Klinik. Für alle muss sich jetzt etwas ändern, weil ihnen Zeit davon läuft, sich eine Rente zu erarbeiten, von der sie ohne Staatshilfe auch im Alter leben können. Frau von der Leyen, Schlecker ist nur die Spitze des Eisbergs!

Die rot-grüne Regierung, die Hartz IV einführte sah damals die letzte Chance, etwas gegen steigende Löhne und gegen den demographischen Wandel zu tun, den wir unbestritten haben. Nur wer gleichzeitig an die arbeitende Bevölkerung appeliert, zusätzlich etwas für die Rente zu tun, der darf nicht auch noch Rahmenbedingungen schaffen, die den Arbeitnehmern noch dazu weniger Geld verdienen lassen, dass sie nichts übrig haben, um zusätzlich etwas für die Rente dazu zu tun. Es war die Politik,angestachelt von Lobbyisten, die umsetzen wollte, dass eine gewisses Prozent der geburtenstarken Jahrgänge keine Chance hat, sich noch eine auskömmliche Rente zu erarbeiten, denn wer soll die Rente erarbeiten, wenn nicht genug jüngere Menschen nachrücken oder man sie nicht nachrücken lässt? Das betrifft den Industriefacharbeiter genauso, wie den Jungarchitekten im Dauerpraktikum!

Schließlich dürfen auch die arbeitenden Menschen nicht mehr soviel verdienen. Auch bei denen muss man die Löhne drücken, damit sie sich nicht zuviel Rente erarbeiten! Und überhaupt, der Stadt soll sich insgesamt mehr und mehr zurücknehmen! Dabei liegt es überhaupt nicht in der Mentalität der Deutschen, mit zu wenig Staat zu leben. Die deutschen brauchen einen Kaiser, Führer oder fähigen Kanzler, der vornewegmaschiert und allen die Richtung zeigt. Ob es der Kaiser war, zwischen 1933 und 45 oder Konny Adenauer, mit aussitzenden Scheinpersönlichkeiten an den Machthebeln des Staates war das deutsche Volk noch nie so richtig glücklich! Schließlich will sich der Deutsche Wohlfühlen im eigenen Staat und dabei weder schikaniert noch gegängelt werden!

Angst machen gilt heute als das, was durch Führungspersönlichkeit heute ersetzt wird. Dazu muss man nur die richtigen Hebel ziehen. Bloß nicht in Hartz IV und als Leiharbeiter bist du die dumme Sau, die gleiche Arbeit für weniger Geld machen muss. Ausnahmen bestätigen die Regel!

Arbeit ist zu teuer in Deutschland, hieß es einmal. Mittlerweile sind die Deutschen diejenigen in der EU, die am meisten unter dem Reallohnverlust der letzten Jahre leiden. Dafür gibt es in keinem anderen Land der EU mehr Reiche, als in Deutschland! Komisch ist nur, während die deutschen Arbeiter und Angestellten immer weniger verdienen, werden Reiche in Deutschland immer reicher!

Sicherlich, es gibt andere Wege, statt sich mit Chinesen oder Indern messen zu wollen, die sind nur politisch nicht gewollt und eignen sich vorzüglich als Argumentionshilfen. Mit der Auslagerung ganzer Produktionsstätten gibt man allerdings auch know-how aus der Hand. Das mag nicht auf alle Branchen zutreffen, doch auf so einige. Auch hat so mancher die Produktion wieder zurückgeholt, wenn die Qualität nicht stimmte. Die Chinesen müssen know-how einkaufen, selber besitzen sie nur reichlich Arbeitskraft und Ideen, Dinge nachzubauen.

Natürlich ist die Welt näher zusammengerückt und Produkte werden verstärkt weltweit angeboten. Gegeben hat es das schon immer, doch durch den technischen Fortschritt rückt man immer näher aneinander. Trotzdem gibt es nach wie vor in jedem Land einen Binnenmarkt. Vernachlässigt man den, wird man zunehmend davon abhängig, ob sich andere Länder auch das leisten können, was in Deutschland an Qualität produziert wird. Doch was ist, wenn man sich selber nur noch Niedriglöhner heranzüchtet? Kann man damit noch die Qualität aufrecht erhalten?

Man kann! Man ersetzt die Facharbeiter durch Maschinen. Die Kosten kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld und außer Wartung und Ersatzteile auch kein Krankengeld und vor allem braucht eine Maschine sich keine Rente erarbeiten! Und wovon lebt dann der Mensch, der ja das Recht hat zu leben, eben auch mit gesellschaftlicher Teilhabe? Genau, für die Menschen der Rest: heute Zeitarbeit, wenn überhaupt, morgen Renten- oder Altersarmut!

Schönen Tach noch…

Tach auch,

die Leih- und Zeitarbeitsbranche ist das Auffanglager für arbeitslose Jobsuchende, wenn ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Sie ist die Branche, in der mit die meisten jobs der letzten Jahre entstanden sind. Und es gibt zu viele schwarze Schafe in der Branche, die sogar unterhalb des gesetzlichen Mindestlohnes zahlen.

In einer Pressemitteilung des Hauptzollamtes Schweinfurt teilt die Behörde mit, das bei einer Überprüfung 40 Prozent der geprüften Zeit- und Leiharbeitsfirmen Löhne unterhalb des gesetzlich festgeschriebenes Mindestlohnes gezahlt wurden. Die Überprüfung fand im Oberfränkischen und Südthüringischen statt.

Firmen in der Leih- und Zeitarbeit sind dazu verpflichtet in den Branchen Mindestlöhne zu zahlen, in denen ein Mindestlohn durch das Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG) bereits festgeschrieben ist. Einen Mindestlohn nur für die Leih- und Zeitarbeitsbranche gibt es nicht, weil sich sowohl die letzte Bundesregierung, als auch die aktuelle Regierung nicht festlegen konnten.

Neben dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und der Schwesterorganisation Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. klüngelte neben dem DGB auch eine dieser dubiosen christlichen Gewerkschaften mit. Scheinbar ist der Einfluss der Branche mittlerweile so groß, dass ein Mindestlohn für die Branche bisher erfolgreich verhindert werden konnte.

Bei den Überprüfungen durch das Hauptzollamt Schweinfurt wurde bei zwei der geprüften Unternehmen unmittelbar ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Arbeitnehmerentsendegesetz eingeleitet werden. Bei dei weiteren Zeitarbeitsfirmen verwarnten die Zöllner im Zuge der Prüfung der Geschäftsunterlagen die Firmen. In vier weiteren Zeitarbeitsunternehmen stehen noch Anschlussprüfungen bei den jeweiligen Entleihbetrieben aus. Die Prüfungen hierzu werden noch weit bis ins nächste Jahr hinein reichen, teilten die Zöllner mit.

Immer wieder tun sich die beiden Interessenverbände BZA und IBZ dadurch hervor, dass sie ein seröses Arbeiten in der Zeit- und Leiharbeitsbranche hervortun. Beklagt wird von den beiden Branchen zwar, dass es durchaus schwarze Schafe gibt, doch dass es tatsächlich, wie bei der Überprüfung 40 Prozent schwarze Schafe sind, wird durch das Auftreten von BZA und IBZ tunlichst vertuscht.

Man kann davon ausgehen, dass ein von Hartz IV Betroffener, der aufgefordert wird, in der Zeitarbeit einen Job anzutreten, dann gute Karten haben sollte, den Job abzulehnen, wenn er feststellt, dass unter einem gesetzlichen Mindestlohn seine Arbeitskraft entlohnt werden soll.

Neben Hartz IV ist die Leih- und Zeitarbeitsbranche das Druckmittel für regulär Beschäftigte und trägt so erheblich zum Reallohnverlust der letzten Jahre bei. Viele Konzerne haben eigene Zeitarbeitsfirmen gegründet, in die sie große Teile ihrer Belegschaften auslagerten, um Tarifverträge zu umgehen, womit die Tarifautonomie weiter ausgehöhlt wird. Leih- und Zeitarbeiter waren zu Beginn der aktuellen Krise die ersten, die wieder arbeitslos geworden sind.

Pressemitteilung des Hauptzollamtes Schweinfurt

Schönen Tach noch…