Archiv für das Tag 'Zeitung'

Tach auch,

wie die meisten bereits wissen, gibts die Bild Samstagsausgabe am 23.06.2012 für jeden und das direkt in den Briefkasten eines jeden Haushalts in dieser Republik. Dafür gibt es auf der Seite Campact.de eine Gegenkampagne, die recht umständlich ist. Es geht aber aber noch besser, um gegen diesen Werbefeldzug des Boulevardblattes vorzugehen.

Warum nicht einfach einen Din A4 Umschlag, der wie folgt gestaltet ist:

Bild_adresse

dazu noch ein kleines Anschreiben, ala: Liebe Bildzeitung, Euren Werbemüll entsorgt bitte selbst – weil, immer recht freudlich bleiben – dann die Umsonstausgabe hinein in den Umschlag und ab in den Briefkasten.

Ich denke, damit kann die Republik dem Meinungsmacheblatt eher eines auswischen, als diese Umständliche Kampagne von campact.de. Ein Din A4 Umschlag ist nicht teuer, Gebühr entfällt, allerdings nicht für Bildzeitung. Das dürfte die Kosten dieser Werbemüll-Aktion etwas in die Höhe treiben.

Sagt allen, die ihr kennt und bildkritisch genug sind, da mitzuziehen und verbreitet diese Idee!

Schönen Tach noch…

Tach auch,

es ist immer wieder herrlich anzuschauen, wie das Arbeitsgeber-Propaganda-Organ Bildzeitung am Negativbild des faulen Arbeitslosen werkelt! Typisch ist dabei, dass kaum Hartz IV-kritische Fachleute zu Wort kommen, sondern einem Arbeitgeber-Präsidenten, wie Dieter Hundt ein breites Forum geboten wird, von einem Lohnabstandsgebot zu heucheln.

Dem fleißigen Leser dieses Arbeitgeberblattes wird unumwunden erklärt, das es nicht an sinkenden Löhnen liegt, sondern das Hartz IV zu hoch sei. Es wäre nicht das Problem der Arbeitgeber, wenn sich Arbeit in Deutschland nicht mehr lohne! Schließlich kommen auch noch Betroffene selbst zu Wort, die erklären, es ginge ihnen mit Hartz IV doch gut!

Dieter Hundt sollte selbst mal ein halbes Jahr auf Hartz IV-Niveau leben, inklusive der Schhikane durch eine ARGE! Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein halbes Jahr wohl noch nicht geeignet ist, denn dann glüht noch ein Funke von Hoffnung. Der erlischt frühestens nach einem Jahr, wenn man in einer kleineren Wohnung hockt, etliches Mobiliar verschenkt oder anderweitig entsorgt hat, weil es in die kleinere Wohnung nicht passte. Nach einem Jahr wird einem klar, dass man sich lange nichts neues zum Anziehen gekauft hat und die Mahlzeiten immer kärglicher ausfallen, weil man sich den Fleischer an der Ecke nicht mehr leisten kann und das Aldi-Schnitzel aus der Kühltheke immer nur noch nach dem braten halb so groß ist. Nach einem Jahr wird einem klar, dass man an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurde und nicht einfacht nur arbeitslos ist.

Darüber fängt man an zu resignieren und spätestens wenn der Fallmanager mahnt, es sei nun Zeit für einen EinEurojob, hat einen der Verdruß und die Antriebslosigkeit eingeholt, die dem Leser der Arbeitgeberzeitung “Bild” als Faulheit verkauft wird. Als faul bezeichnet man auch die Arbeitslosen, die ihre Arbeitskraft nicht zu billig verkaufen wollen. Abstriche von weit über 50 Prozent des zuletzt verdienten Geldes lassen wahrlich nicht jeden hinter dem Ofen hervorkriechen, um einen Finger krumm zu machen und sie haben recht damit!

Längst hat der Arbeitslose mit Jobperspektive und Alg II-Aufstockung im Rücken den Manager, bewaffnet mit Bilanzen und Prognosen abgelöst, der um Fördergelder und Subventionen verhandelt. Die Arbeitgeber haben dies über ihre Lobbyisten, Verbände und Verbandsvertreter, wie Dieter Hundt auf die Arbeitslosen abgewälzt, dass nicht der Staat direkt die Subventionen an die Konzerne verteilt, sondern dies über die zu niedrig bezahlten Beschäftigten indirekt über so manchen Betrieb ausschüttet. Vorteil ist dabei, die Gewinne der Konzerne können komplett eingestrichen werden und der Staat braucht kein Geld von Konzernen und Betrieben zurückfordern.

Da hilft es den Arbeitgebervertretern sehr, wenn eine Faulheitsdebatte über die Arbeitslosen ständig hochgehalten wird. Und schließlich darf die Grundsicherung für Arbeitssuchenden nicht höher sein, wie die weiter sinkenden Löhne! Man entzieht sich auch auf die Weise einer Mindestlohndebatte, wobei der flächendeckende Mindestlohn in anderen Europäischen Staaten längst seit Jahren funktioniert.

Für die Manager und Wirtschaftsbosse hat eines oberste Priorität: Wie sichere ich mir weiterhin viel Geld, dass ich zum spekulieren einsetzen kann. Dabei wird so manches Kamingespräch bei der Kanzlerin zur Unterhaltung darüber, welche Politik die Arbeitgebervertreter denn am liebsten hätten und es sei auch an die regelmässigen Kaffekränzchen der Bundeskanzlerin mit Friede Springer erinnert, denen man unterstellen könnte, auch dabei würde über die nächste Bildkampagne gesprochen!

Vergessen wird dabei, dass sich mittlerweile viele im Hartz IV-Bezug befinden, die noch viele Jahre des Einzahlens in die Arbeitslosenversicherung auf dem Buckel haben und mit der Minderheit der wirklich Faulen in einen Topf geworfen worden sind. Da passt es doch gut, dass man die erworbenen ehemaligen Ansprüche auf die alte Arbeitslosenhilfe völlig unter Tisch fallen lässt, um jetzt einen viel größeren Topf zu haben, über den man seine Diffamierungskampagnen, vorallem über die Faulheit der Arbeitslosen ausschütten kann!

Schließlich helfen solche Kampagnen auch gut, zu übertünchen, in welchem tatsächlichen Ausmaß weiterhin Arbeitsplätze abgebaut werden. Denn irgendwo müssen die Arbeitslosen ja herkommen oder sind die doch alle faul? Die gehen ja nicht mal mehr wählen, so faul sind die Arbeitslosen!

Schönen Tach noch…